Protokoll der Patientenveranstaltung am 15.10.2019 der SHG Durom-Metasul-LDH-Hüftprothesen e.V.

Am:  15.10.2019
Beginn: 18.15 Uhr
Ende:  20.15 Uhr
Ort:  Gasthaus Schützen , Schützenallee 12 in Freiburg

Versammlungsleiter:  Hanspeter Hauke
Protokoll:  Till Abele
Anwesende Vorstandsmitglieder: Till Abele, Thomas Berthold, Rita Fackler, Hanspeter Hauke, Manfred Mamber.

In seiner Begrüßung der Anwesenden ging Hanspeter Hauke auf die Gründe des Vorstands der Selbsthilfegruppe ein, nach 2010 eine dritte Umfrage zum Befinden der Betroffenen durchzuführen. Herausgefunden werden sollte, ob sich die in der Vergangenheit festgestellten Beschwerden gebessert, gleich geblieben oder verschlechtert hätten. Insgesamt müsse leider eine generelle Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes der Betroffenen beklagt werden. Verstärkt habe sich die Angst vor der Zukunft und vor weiteren Verschlechterungen des persönlichen Gesundheitszustandes. Hanspeter Hauke betont, dass die Umfrageergebnisse nicht wissenschaftlich fundiert sei, dazu sei die Gruppe der Befragten weder ausreichend groß noch repräsentativ gewesen. Mit Blick auf die beiden anderen bisher durchgeführten Umfragen bestätigen sie seiner Meinung nach jedoch eine Tendenz, die er als weiteres Indiz für einen Zusammenhang zwischen Metallabrieb durch fehlerhafte Hüftprothesen und die gesundheitlichen Beschwerden versteht.

Till Abele berichtet anschließend detailliert über das Ergebnis der Umfrage 2019 zur Gesundheit der Mitglieder, die er zusammen mit Thomas Berthold und Manfred Mamber erarbeitet hat. Insgesamt kamen 47 Fragebögen zur Auswertung. Er dankt den Mitgliedern für die Teilnahme an der Umfrage und erläutert die Ergebnisse.

Von den Befragten haben 39 eine Durom-Prothese, 4 eine DePuy, 3 eine McMinn und 5 andere Prothesenmodelle erhalten.  Einige davon hatten beidseitig eine Hüft-TEP erhalten. Re-operiert wurden von 44 Antwortenden 33. Gründe der Nicht-Reoperierten waren „lohnt nicht mehr“ (5x), keine Beschwerden (2x), die restlichen machten keine Angaben. Die meisten Re-Operationen fanden nach der Befragung 2009 und 2010 mit insgesamt 24 statt. In den Jahren 2016 und 2017 wurde niemand re-operiert, 2018 dann wieder zwei Betroffene. Hauptgründe für die Re-Operation waren „erhöhte Chrom-/Kobaltwerte“ (34x), „Schmerzen“ (25x), Osteoloysen (25x) und Pfannenlockerung (7x). Bei der Frage nach Beeinträchtigung der Lebensqualität gaben 25 Betroffene“ Bewegungseinschränkungen“, 23 „Schmerzen“, 18 „Müdigkeit“, 18 „Schlaflosigkeit“ an. Ergänzende Kommentare zur eingeschränkten Lebensqualität waren

„stechende Schmerzen beim Treppensteigen“ und „Angst, vor dem was noch auf einen zukommt“. Angst vor der Zukunft konkretisierte sich in „zunehmende Schmerzen“ (25), „lande im Rollstuhl“ (5), „bekomme Krebs (3). 22 Betroffene beurteilten ihren Gesundheitszustand als sehr schlecht, schlecht oder zufriedenstellend. Nicht alle Betroffene klagen gegen den Hersteller ihrer Prothese, da „aussichtslos“, „keine Rechtsschutz“ oder „keine Kraft“. Von den 47 Rückläufen waren 15 in der Altersgruppe 60-70, 18 in der Altersgruppe 70-80 Jahre und 9 in der Altersgruppe 80-90 Jahre.

Bereits während des Vortrages wurden Zwischenfragen gestellt und diskutiert, in denen die Anwesenden ihre Befürchtungen vor einem sich weiter verschlechternden Gesundheitszustand zum Ausdruck brachten und sich über die zynische Verzögerungstaktik des Herstellers vor Gericht empörten.

Deutlich wurde aus der Umfrage und der Diskussion im Rahmen der Veranstaltung, dass sich bestimmte Krankheitsbilder bzw. gesundheitliche Beschwerden bei vielen zeigen und keine Einzelfälle sind. Und dass es für diese wenig Hilfe und Unterstützung gibt.

Weitergehende Fragen können per Mail gerichtet werden an Till Abele: stabeles@online.de

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