Hüftprothesenhersteller – wie frei entscheidet der Operateur?

Es gibt weltweit nur wenige Anbieter von künstlichen Hüftgelenken, Konkurrenz gibt es somit nicht wirklich. Damit entfällt auch eine effektive Kontrolle im Interesse der Patienten.

Die Firmen ZimmerAesculap und Stryker sind wohl die größen Anbieter von Hüft- TEPs. Ihre Zusammenarbeit mit den Kliniken und Ärzten ist gut organisiert. Wahrscheinlich gibt es wie in der Industrie üblich, für Großabnehmer Rabatte, und wer höhere Quoten schafft, erhält einen Bonus. Die Patienten erfahren von den wirklichen Entscheidungsgründen für ein bestimmtes Prothesenmodell nichts.

Ihre Erfahrungen nach Implantation eines bestimmten Prothesenmodells melden Kliniken und Ärzte dann an die Hersteller zurück. Das macht Sinn, hat aber einen schalen Beigeschmack: denn diese “Forschungen” werden oft vom Hersteller finanziert. Eine objektive und unabhängige Evaluation findet dann nicht statt.

Vielleicht wäre es sinnvoll, als Patient vor Operationen die speziellen Vorteile des Operateurs oder der Klinik bei Verwendung eines bestimmten Prothesenmodells zu erfahren. Denn vielleicht muss eine Klinik für bestimmte Ersatzteil-OPs (Endoskopie) auch eine Quote erbringen, weil sie sonst die Zulassung  oder andere Vorteile verliert.  Masse statt Klasse? Und wer kümmert sich um die Interessen der Patienten?