Klage gegen DePuy Geschäftsführer

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat Anklage gegen den Geschäftsführer von DePuy erhoben. Ihm wird vorgeworfen, “gesundheitsgefährdende Medizinprodukte” in Verkehr gebracht zu haben. Wie bekannt war das ARS Prothesenmodell der Firma DePuy, einer Tochter des US Konzens Johnson&Johnson, vor einigen Jahren vom Markt genommen worden. DePuy hatte die Fehlerhaftigkeit der Prothese eingeräumt und eine rasche Entschädigung der über 5.500 allein in Deutschland betroffenen Patienten zugesichert. Grundlage der Anklage ist eine Stellungnahme des Bundesamtes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Im Falle einer Verurteilung drohen dem DePuy Firmenchef eine Geldstrafe oder eine Haftstrafe bis zu drei Jahren.

Bei der ASR-Hüftprothese handelt es sich um ein baugleiches Modell zur Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese der Firma Zimmer. Diese behauptet jedoch bis heute hartnäckig, dass ihre Durom-Prothese fehlerfrei sei und weigert sich, sie vom Markt zu nehmen. Trotz einer solchen Empfehlung des BfArM (Bundesamtes für Arzneimittel und Medizinprodukte) sieht auch die zuständige Behörde, das Regierungspräsidium Freiburg, seit Jahren keine Notwendigkeit aktiv zu werden. Folge davon ist, dass betroffenen Patienten immer noch die notwendigen Untersuchungen verweigert werden. Teils aus Unwissenheit der behandelnden Ärzte, teils aus Unterschätzung der Folgen des durch die fehlerhafte Prothese verursachten erhöhten Metallabriebs. Ein Skandal im Skandal, der durch die Untätigkeit des Sozialministeriums von Baden-Württemberg, die dem Regierungspräsidium Freiburg vorgesetzte Dienstbehörde,  noch verschlimmert wird.

Schlagworte: , , ,