Kategorie: Prothesen

Gesundheitliche Auswirkungen einer Chrom-/Kobaltvergiftung

PD Dr. med. Mustafa Citak, Prof. Dr. Thorsten Gehrke, Dr. med. Olaf Thieme von der HELIOS Endo-Klinik in Hamburg berichten von folgenden gesundheitlichen Beschwerden nach einer Hüft-TEP aus Metallkopf und Polyethylen-Inlay in der Pfanne:

  • chronische Müdigkeit
  • zunehmende Hüftschmerzen
  • passagerer Sehverlust
  • Schwerhörigkeit
  • Herzmuskelentzündung.

Sie schreiben weiter, “dass die Röntgenuntersuchung der Hüfte die Deformierung des Metallkopfes sowie große röntgendichte Bereiche am Oberschenkel” zeigte. “Die Laborwerte von Chrom und Kobalt waren 600- und 1 000-fach erhöht. Intraoperativ war der gesamte Oberschenkel abzessartig mit metallischem Material und einer dunkel gefärbten Flüssigkeit ausgekleidet.

Weitere Informationen: hier

PD Dr. med. Mustafa Citak, Prof. Dr. Thorsten Gehrke, Dr. med. Olaf ThiemeGelenkchirurgie, HELIOS Endo-Klinik Hamburg, mcitak@gmx.de

McMinn Patienten: Hilfe und Anregung

Für McMinn Patienten, die Probleme mit ihrer Prothese haben, finden Anregungen und ein Forum zum Erfahrungsaustausch hier: McMinn-Blog ( auf englisch!)

 

 

Prof. Dr. Michael Faensen erläutert auf seiner Homepage ausführlich das Oberflächenersatz-Prothesenmodell BHR und BMHR.

http://www.prof-faensen.de/index.php?id=mcminn_oberflaechenersatz_huefte

Erfahrungen mit Durom Metasul LDH Hüftprothesen

Durom in wissenschaftlichen Veröffentlichungen:

Auch wenn man den Eindruck hat, dass in den Verfahren Durom Metasul LDH Patienten gegen die Firma Zimmer Stillstand herrscht, gibt es doch immer wieder Untersuchungen, die sich mit der Thematik Durom Metasul LDH beschäftigen. Das Debakel mit den nicht eingewachsenen Durompfannen in Amerika (identisch bis auf eine modifizierte Oberflächenbeschichtung) ebenso wie die hohen Versagerquoten beim Durom Oberflächenersatz werden von Zimmer als nicht relevant für das Versagen der im Lorettokrankenhaus implantierten Prothesen eingestuft. Bei Totalendoprothese und Oberflächenersatz wird die gleiche Pfanne verwendet. Was mit dieser beim Implantieren geschieht/geschehen kann wird in folgendem Artikel beschrieben.

Auch das noch:

Durompfanne verformt sich beim Einbau

Eine Veröffentlichung aus dem Jahr 2012 kommt zu dem Ergebnis, dass die Durompfanne sich beim Implantieren verformt. Diese Verformung ist Ursache für erhöhten Metallabrieb. Bei Simulatortests mit neuen und explantierten Durompfannen zeigen die explantierten einen um den Faktor 8 größeren Metallabrieb. Um die Deformation der Durompfannen zu untersuchen wurden sechs implantiert und anschließend vermessen. Bei allen implantierten Pfannen wurde eine Verformung festgestellt, der Durchschnittswert betrug ca. 40µm. Nach Entfernen der Pfannen (Explantate) wurden Simulatortests durchgeführt. Sechs Explantate wurden mit sechs neuen Durompfannen getestet und verglichen. Die explantierten Pfannen zeigten nach 1 Million Testzyklen einen mehr als 7fachen Metallabrieb. Die entstandenen Metallpartikel haben einen mittleren Durchmesser von 50nm. Die Wissenschaftler vermuten, dass durch die Verformung sich das Spiel zwischen Prothesenkopf und –pfanne erniedrigt. Deshalb kann sich kein Schmierfilm bilden. Dies führt zu erhöhten Reibungskräften, die ein Einwachsen der Pfanne verhindern und sogar zur Lockerung führt. Die Zusammenfassung der Arbeit lautet: Verformung der Durompfanne nach der Implantation erhöht den Abrieb der Metall – Metall – Gleitpaarung und den resultierenden Ionengehalt. Der Firma Zimmer wird für die Unterstützung bei den experimentellen Studien gedankt. Nachzulesen bei:Feng Liu et al Deformation of the Durom Acetabular Component and Its Impact on Tribology in a Cadaveric Model – A Simulator Study. 2012; PLoS One; 7(10): e45786 Nachrichten aus Finnland: Schlechte Überlebensrate für Durom Metasul LDH In einer Veröffentlichung von J. Mokka et al wird über das Kurzzeitverhalten (5 Jahre) von Metall – Metall Großkopfprothesen berichtet. Dafür wurden Daten aus dem finnischen Prothesenregister ausgewertet. Es wurden nur solche Prothesenmodelle berücksichtigt, die mindestens einhundert mal implantiert wurden. In der der Kategorie unzementierte Metall – Metall Großkopfprothesen schnitt das Modell Durom Metasul LDH in Verbindung mit einem CLS Sportono Schaft am schlechtesten ab. Verglichen mit einem Referenzimplantat – BHR/Synergy – besteht bei der Zimmerprothese ein fast 3fach höheres Revisionsrisiko. Das System BHR/Synergy wurde 2012 als Erstimplantat vom Markt genommen und ausschließlich für Revisionsoperationen des BHR Oberflächenersatzes zugelassen. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass die Konstruktion (Design) der Prothese einen Einfluss auf die Revisionsrate hat.

Nachzulesen bei: Mokka, J. et al Cementless Total Hip Arthroplasty with Large Diameter Metal-on-Metal Heads: ShortTerm Survivorship of 8059 Hips from the Finnish Arthroplasty Register. Scandinavian Journal of Surgery; 2013; 102:117– 123

 

SHG Durom-Metasul-LDH-Hüftprothesen e.V.

Marktrücknahme von BHR Femurkomponenten

Marktrücknahme von BHR Femurkomponenten mit Durchmessern von 46 mm und kleiner und den dazugehörigen Acetabulumpfannen.

Das Unternehmen Smith & Nephew hat eine weitere „Korrektive Maßnahme“ beschlossen. Nachdem die modularen Köpfe seit 2012 ausschließlich für Revisionsoperationen bei BIRMINGHAM HIP Resurfacing verwendet werden dürfen und nach weiteren Sicherheitshinweisen zu dem BHR Oberflächenersatz kommt eine „Dringende Sicherheitsinformation“: „Femurkopfkomponenten Ø 46 mm und kleiner und die dazugehörigen Acetabulumpfannen der entsprechenden Größen dürfen nicht länger verwendet werden und werden vom Markt genommen“.
Der BHR Oberflächenersatz  gilt laut Hersteller als ein Produkt mit sehr guten Überlebensraten.

Metal on Metal (MoM) Hip Replacement: New Information

New information is available on hip replacement operations in the United States. According to the FDA, recalls and warnings related to metal on metal hip replacements have been occurring since 2008 when Zimmer, manufacturer of a one-piece metal socket device that featured a plasma coating, issued notice that they were suspending sales of their “Durom Cup” component. (Source: Digital Journal)

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Unzureichende Information der Ärzte durch Zimmer auch in den USA

Auch wenn es sich in den USA vor allem um die Pfannen-Problematik des Durom-Metasul-LDH-Prothesenmodells geht, wurden offensichtlich auch in den USA die Ärzte nicht ausreichend darüber informiert, worauf bei der Implantation des Großkopfmodells besonders zu achten ist. Wusste es der Hersteller vielleicht selbst noch nicht als er das Modell auf den Markt brachte? Oder hat es System, dass die Patienten von der Firma Zimmer weltweit als kostenlose Versuchskanninchen missbraucht werden?

Der ganze Artikel (auf englisch) 

Hier ein Ausschnitt aus dem Artikel:

“Physicians are required to complete the new internet-based training program before the Zimmer Durom hip implant is made available to them. So far, Zimmer indicates that only half of the hip replacement surgeons who were using the Durom Cup have elected to go though the additional training.” (Quelle: AboutLawsuits.com)

J&J nimmt Adept-Großkopf-Metallprothesen vom Markt.

Nach den ASR-Großkopfprothesen der Firma DePuy nimmt nun Johnson & Johnson die Adept-Großkopf-Metallprothesen vom Markt.

Die letzte große Rückrufaktion von Großkopfprothesen der Firma DePuy liegt erst zwei Jahre zurück. Betroffen von der ASR-Prothese sind allein in Deutschland über 5.500 Patienten. Wie das Handelsblatt vom 14.2.2013 berichtet, muss jetzt nach der Tochter DePuy auch der Mutterkonzern Johnson & Johnson ihr sogenanntes Großkopfimplantat der Marke Adept vom Markt nehmen. Betroffen dieses Mal sind potentiell über 7.500 Patienten, denn so oft wurde das Prothesenmodell ausgeliefert.

Welchem Prothesenmodell kann man noch trauen?

Eine interessante Empfehlung erreicht uns von Dr. Semlitsch, der während seiner Berufszeit mit der Entwicklung von Hüftprothesen befassst war:

“… empfehlen Sie für Revisionsoperationen von Hüftpatienten die seit 30 Jahren millionenfach bewährte ZWEYMUELLER ALLOCLASSIC SL/VARIALL mit Titanschraubpfanne mit Aluminiumoxidkeramik Einsatz und dazu passender Keramikkugel auf dem zementlos zu verankernden Titanlegierungsschaft. Erfolgsrate nach 20-jähriger Implantation 95+ %.”

Da wir immer wieder von verunsicherten Patienten, bei denen eine Hüftoperation oder eine Revisions-Operation ansteht, angesprochen werden, welcher Hüftprothese man denn nun noch vertrauen könne, möchten wir die Empfehlung von Dr. Semlitsch als Anregung weitergeben. Der Empfehlung von Dr. Semlitsch darf selbstverständlich nicht unkritisch gefolgt werden. Jeder einzelne muss zusammen mit seinem Arzt/seinen Ärzten die für ihn optimale Lösung finden.

Informieren Sie sich jedoch immer gezielt bei Ihrem Operateur über das bei Ihnen zu implantierende Prothesenmodell. Sammeln Sie möglichst viele Informationen darüber. Holen Sie verschiedene Meinungen ein. Recherchieren Sie in der Fachliteratur und im Internet. Und hinterfragen Sie den Vorschlag Ihres Operateurs wohlwollend kritisch. Erkundigen Sie sich stets danach, wie lange die vorgeschlagene Prothese schon auf dem Markt ist und wie viele Exemplare implantiert wurden. Fragen Sie weiter nach der Fehlerquote des Modells und wie lange es im Durchschnitt im Körper verbleiben konnte bzw. nach welchem Zeitraum  eine Re-Operation im Durchschnitt  erforderlich wurde.

Beitrag des rbb Fernsehens: Kassen einigen sich mit Hüftendoprothesenhersteller DePuy auf vereinfachtes Regressverfahren

Erstmals haben alle gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland gemeinsam mit dem Hersteller von Hüftendoprothesensystemen DePuy eine Vereinbarung geschlossen, durch die die Kostenerstattung in Folge eines Produktrückrufes vereinfacht wird. Der Produktrückruf war nötig geworden, nachdem beobachtet worden war, dass bestimmte ASR-Hüftgelenksysteme von DePuy gehäuft zu Wechseloperationen geführt haben. DePuy nahm seine ASR-Hüftgelenke daraufhin vom Markt……weiterlesen

Beitrag des rbb Fernsehens: Risiko Hüftprothese – ein langer Leidensweg

Vor einem Jahr stellte die rbb PRAXIS Michaela M. aus Berlin vor. Sie hatte eine künstliche Hüfte der Firma DePuy bekommen, die ihr große Probleme machte. Vielen Patienten weltweit ist es ähnlich ergangen. Die Firma hatte die Prothese 2010 in Deutschland zurückgerufen. Michaela M. ließ sich inzwischen eine andere Hüftprothese einsetzen……weiterlesen

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