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Auf dieser Plattform finden Patienten mit einer fehlerhaften Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese der Firma Zimmer oder einer ASR Hüftprothese von DePuy Informationen und Hinweise. Sie können Erfahrungen austauschen und Fragen stellen. Allein der Durom Prothesentyp der Firma Zimmer wurde in den Jahren 2003 bis 2008 im Loretto Krankenhaus in Freiburg über 1000 Patienten implantiert. DePuy Betroffene gibt es in Deutschland über 5.500.  

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Protokoll der Patientenveranstaltung am 15.10.2019 der SHG Durom-Metasul-LDH-Hüftprothesen e.V.

Am:  15.10.2019
Beginn: 18.15 Uhr
Ende:  20.15 Uhr
Ort:  Gasthaus Schützen , Schützenallee 12 in Freiburg

Versammlungsleiter:  Hanspeter Hauke
Protokoll:  Till Abele
Anwesende Vorstandsmitglieder: Till Abele, Thomas Berthold, Rita Fackler, Hanspeter Hauke, Manfred Mamber.

In seiner Begrüßung der Anwesenden ging Hanspeter Hauke auf die Gründe des Vorstands der Selbsthilfegruppe ein, nach 2010 eine dritte Umfrage zum Befinden der Betroffenen durchzuführen. Herausgefunden werden sollte, ob sich die in der Vergangenheit festgestellten Beschwerden gebessert, gleich geblieben oder verschlechtert hätten. Insgesamt müsse leider eine generelle Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes der Betroffenen beklagt werden. Verstärkt habe sich die Angst vor der Zukunft und vor weiteren Verschlechterungen des persönlichen Gesundheitszustandes. Hanspeter Hauke betont, dass die Umfrageergebnisse nicht wissenschaftlich fundiert sei, dazu sei die Gruppe der Befragten weder ausreichend groß noch repräsentativ gewesen. Mit Blick auf die beiden anderen bisher durchgeführten Umfragen bestätigen sie seiner Meinung nach jedoch eine Tendenz, die er als weiteres Indiz für einen Zusammenhang zwischen Metallabrieb durch fehlerhafte Hüftprothesen und die gesundheitlichen Beschwerden versteht.

Till Abele berichtet anschließend detailliert über das Ergebnis der Umfrage 2019 zur Gesundheit der Mitglieder, die er zusammen mit Thomas Berthold und Manfred Mamber erarbeitet hat. Insgesamt kamen 47 Fragebögen zur Auswertung. Er dankt den Mitgliedern für die Teilnahme an der Umfrage und erläutert die Ergebnisse.

Von den Befragten haben 39 eine Durom-Prothese, 4 eine DePuy, 3 eine McMinn und 5 andere Prothesenmodelle erhalten.  Einige davon hatten beidseitig eine Hüft-TEP erhalten. Re-operiert wurden von 44 Antwortenden 33. Gründe der Nicht-Reoperierten waren „lohnt nicht mehr“ (5x), keine Beschwerden (2x), die restlichen machten keine Angaben. Die meisten Re-Operationen fanden nach der Befragung 2009 und 2010 mit insgesamt 24 statt. In den Jahren 2016 und 2017 wurde niemand re-operiert, 2018 dann wieder zwei Betroffene. Hauptgründe für die Re-Operation waren „erhöhte Chrom-/Kobaltwerte“ (34x), „Schmerzen“ (25x), Osteoloysen (25x) und Pfannenlockerung (7x). Bei der Frage nach Beeinträchtigung der Lebensqualität gaben 25 Betroffene“ Bewegungseinschränkungen“, 23 „Schmerzen“, 18 „Müdigkeit“, 18 „Schlaflosigkeit“ an. Ergänzende Kommentare zur eingeschränkten Lebensqualität waren

„stechende Schmerzen beim Treppensteigen“ und „Angst, vor dem was noch auf einen zukommt“. Angst vor der Zukunft konkretisierte sich in „zunehmende Schmerzen“ (25), „lande im Rollstuhl“ (5), „bekomme Krebs (3). 22 Betroffene beurteilten ihren Gesundheitszustand als sehr schlecht, schlecht oder zufriedenstellend. Nicht alle Betroffene klagen gegen den Hersteller ihrer Prothese, da „aussichtslos“, „keine Rechtsschutz“ oder „keine Kraft“. Von den 47 Rückläufen waren 15 in der Altersgruppe 60-70, 18 in der Altersgruppe 70-80 Jahre und 9 in der Altersgruppe 80-90 Jahre.

Bereits während des Vortrages wurden Zwischenfragen gestellt und diskutiert, in denen die Anwesenden ihre Befürchtungen vor einem sich weiter verschlechternden Gesundheitszustand zum Ausdruck brachten und sich über die zynische Verzögerungstaktik des Herstellers vor Gericht empörten.

Deutlich wurde aus der Umfrage und der Diskussion im Rahmen der Veranstaltung, dass sich bestimmte Krankheitsbilder bzw. gesundheitliche Beschwerden bei vielen zeigen und keine Einzelfälle sind. Und dass es für diese wenig Hilfe und Unterstützung gibt.

Weitergehende Fragen können per Mail gerichtet werden an Till Abele: stabeles@online.de

Patientenveranstaltung: Ergebnisse der Umfrage 2019 zum Befinden Betroffener

2019 haben wir als Selbsthilfegruppe wieder eine Umfrage gestartet. Die dritte seit 2010. Wir wollten herausfinden, unter welchen gesundheitlichen Auswirkungen und Beschwerden betroffene Patientinnen und Patienten immer noch leiden. Deutlich wurde, dass die Folgen des Abrieb von Metall-auf-Metall Großkopf Hüftprothesen wie z.B. die Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese von Zimmer-Biomet oder die ASR-Prothese der Firma DePuy nach wie vor erheblich sind. Es wird deutlich, dass auftretende Beschwerden keine Einzelfälle sind und mit dem erlittenen Metallabrieb der Hüftprothese in Verbindung gebracht werden können.

Der Vorstand der SHG hat die Ergebnisse der Umfrage ausgewertet und mit den Ergebnissen der Umfragen von 2010 und 2015 verglichen. Interessiert hat die Frage, unter welchen Beschwerden Betroffene 2019 noch leiden, ob die damals gemeldeten Folgen inzwischen abgeklungen, gleich geblieben oder ob neue dazu gekommen sind.

Die Ergebnisse im einzelnen finden Sie hier

Gesundheitliche Auswirkungen einer Chrom-/Kobaltvergiftung

PD Dr. med. Mustafa Citak, Prof. Dr. Thorsten Gehrke, Dr. med. Olaf Thieme von der HELIOS Endo-Klinik in Hamburg berichten von folgenden gesundheitlichen Beschwerden nach einer Hüft-TEP aus Metallkopf und Polyethylen-Inlay in der Pfanne:

  • chronische Müdigkeit
  • zunehmende Hüftschmerzen
  • passagerer Sehverlust
  • Schwerhörigkeit
  • Herzmuskelentzündung.

Sie schreiben weiter, “dass die Röntgenuntersuchung der Hüfte die Deformierung des Metallkopfes sowie große röntgendichte Bereiche am Oberschenkel” zeigte. “Die Laborwerte von Chrom und Kobalt waren 600- und 1 000-fach erhöht. Intraoperativ war der gesamte Oberschenkel abzessartig mit metallischem Material und einer dunkel gefärbten Flüssigkeit ausgekleidet.

Weitere Informationen: hier

PD Dr. med. Mustafa Citak, Prof. Dr. Thorsten Gehrke, Dr. med. Olaf ThiemeGelenkchirurgie, HELIOS Endo-Klinik Hamburg, mcitak@gmx.de

Jährliche Kontrollen bei Metall-auf-Metall-Hüftprothesen

http://www.hip-clinic.com/media/docs/Britain_Extends_Monitoring_for_People_With_Metal_Hips.pdf

Erhöhter Metallabrieb durch MoM-Hüftprothesen

Wann spricht man von erhöhten Chrom- und/oder Kobaltwerten?

Bei MoM Hüftprothesen ist ein leicht erhöhter Wert an Chrom- und Kobaltionen im Blut normal und nicht weiter Beunruhigend. Kritisch sind jedoch wesentlich erhöhte Werte. Die Mayo Klinik geht bei den Chromwerten davon aus, dass  “blood serum concentrations greater than 1ng/mL in a patient with Cr-based implant” auf einen wesentlich erhöhten Metallabrieb hinweisen. Ferner wird davon asugegangen, dass die Werte mit der Dauer der MoM-Prothese kontinuierlich ansteigen. Chrom ist ferner ein hoch giftiges Metall.

Bei den Kobaltwerten müssen die Werte

High Cobalt Levels:

The Mayo Clinic Medical Laboratories also reports that “cobalt is not highly toxic, but large doses will produce adverse clinical manifestations. Toxic concentrations are greater than or equal to 5.0 ng/mL.  Serum concentrations greater than 10ng/mL in a patient with cobalt-based implant suggest significant prosthesis wear.”

Interpreting The Results

Laboratories, research studies, and other reports about metal ion release often use different measurements. That makes it confusing for patients to compare and understand their own test results.  The good news is that most of these measurements are equivalent and represent the same thing: 1 ppb (parts per billion) = 1 μg/l = 1 ng/ml

Weietre Informationen: http://www.mctlawyers.com/joint-replacement/depuy-asr/cobalt-chromium-poisoning/

 

Symptoms of  Metal Poisoning

There may be NO SYMPTOMS at all. You may have cobalt toxicity or chromium toxicity from a hip implant, but not realize it because often there can be no immediate physical signs. The long term damage that these metals can do to your body is significant, so the earlier you get seek medical care, the better. Here is a list of possible symptoms :

COBALT POISONING SYMPTOMS

  • Gastrointestinal Problems
  • Neuropathy (nerve damage)
  • Thyroid Problems
  • Kidney Failure
  • Skin Disorders
  • Hemorrhage
  • Pulmonary Syndrome
  • Elevated Cancer Risks
  • Reproductive System Problems
  • DNA Mutations
  • Impaired Liver Function

CHROMIUM POISONING ISSUES

McMinn Patienten: Hilfe und Anregung

Für McMinn Patienten, die Probleme mit ihrer Prothese haben, finden Anregungen und ein Forum zum Erfahrungsaustausch hier: McMinn-Blog ( auf englisch!)

 

 

Prof. Dr. Michael Faensen erläutert auf seiner Homepage ausführlich das Oberflächenersatz-Prothesenmodell BHR und BMHR.

http://www.prof-faensen.de/index.php?id=mcminn_oberflaechenersatz_huefte

Urteile gegen Zimmer Biomet

Das Landgericht Freiburg hat 2017 und 2018 die ersten Urteile gegen Zimmer Biomet wegen der fehlerhaften MoM Durom-Metasul-LDH-Hüftprothesen zu Gunsten der klagenden Patienten getroffen. Über 100 Betroffene, die den Verlauf der Prozesse mit großem Interesse verfolgt haben, werden zu gegebener Zeit ihre Klagen einreichen. Dem LG Freiburg droht somit eine Prozesslawine. Hier die bisherigen Urteile:

DePuy zur Zahlung von 1 Milliarde Dollar verurteilt!

Wie Reuters am 10 Mai 2019 meldet, wurde Johnson & Johnson zur Zahlung von 1 Milliarde US Dollar verurteilt. Das entspricht nach heutigem Kurs einer Summe von 896,294,063.50 EUR. Geklagt hatten Patienten mit einer fehlerhaften Hüftprothese des Johnson & Johnson Tochterunternehmens DePuy und vor Gericht Recht bekommen. Das auch in Deutschland über 5.500 mal implantierte ASR Prothesenmodell ist laut Aussage einiger Ärzte baugleich mit der Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese der Firma Zimmer Biomet. Beide Modelle wurden schon kurz nach ihrer Markteinführung auffällig. Festgestellt wurde, dass die Prothesen fehlerhaft sind und erheblich erhöhten Metallabrieb verursachen, der zu Osteolysen (Knochenfraß) und totem Gewebe im Operationsbereich führt. Betroffene klagen ferner als Folge der Metallionenvergiftung über Ausschläge, Kopfschmerzen, Geschmacksverlust, Muskelschmerzen in Leiste und Hüfte und über Konzentrationsstörungen. Johnson & Johnson hat das Urteil akzeptiert, um alle weiteren Forderungen von betroffenen Patienten damit auszuschließen.

Angesichts der Möglichkeiten von Betroffenen in den USA Recht zu bekommen ist die Situation in Deutschland für Patienten, die von einem fehlerhaften Medizinprodukt betroffen sind, entsetzlich! Bei uns gibt es die in den USA in solchen Fällen genutzte Sammelklage nicht, bei der große Kanzleien Betroffene “einsammeln” und am Ende im Falle des Obsiegens einen zuvor vereinbarten Prozentsatz des vom Gericht zugewiesenen Schmerzensgeld als Honorar erhalten. Geht der Rechtsstreit zu Ungunsten des Patienten aus, bleibt die Kanzlei auf ihren Kosten sitzen. Der Patient kann also ohne jedes finanzielles Risiko gegen den Hersteller gerichtlich vorgehen. In Deutschland gibt es seit Kurzem die sogenannte Musterfeststellungsklage, die von VW-Dieselfahrern erstmalig genutzt wird. Doch selbst nach einem für die Klagenden positiven Urteil müssen in Deutschland die Betroffenen ihre Ansprüche in einem weiteren Verfahren, in welchem sie dann auf sich allein gestellt sind und somit wieder das finanzielle Prozessrisiko tragen müssen, ihre finanziellen Ansprüche gerichtlich geltend machen. In Amerika ist die Feststellung der Fehlerhaftigkeit des Produkt verbunden mit der Feststellung des Gerichts über die zu zahlende Summe als Ausgleich für den von der Firma verursachten Schaden.

In den bisherigen Verfahren gegen Zimmer Biomet wegen der fehlerhaften Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese wurden den betroffenen Patienten vom Gericht Schadensersatz- und Schmerzensgeldsummen in Höhe von 25.000 bis 30.000 EUR zugesprochen. Eine lächerliche Summe angesichts der Schmerzen, der persönlichen und beruflichen Nachteile, die Betroffene deswegen erleiden mussten. Und schändlich angesichts der Entschädigungen, die betroffene Patienten in den USA erhalten. Sind denn die Menschen und ihre Schmerzen, ihr Verlust an Lebensqualität in Deutschland und Europa so viel weniger Wert als in Amerika? Eigentlich sind doch alle Menschen gleich, oder?

Internationale Auszeichnung für ImplantFiles

Die Journalisten der Implant Files wurden mit dem Award for Excellence in Health Care Journalism 2018 ausgezeichnet. Ihre Rechercheergebnisse haben im Herbst 2018 die Verbraucher aufgerüttelt. Leider jedoch nicht die verantwortlichen Entscheidungsträger. Denn bis heute hat sich nicht viel bis gar nichts getan. Nichts-Tun hat Tradition: Schon vor zwölf Jahren sollten Operationen mit künstlichen Gelenken in einem bundesweiten Register erfasst werden. Doch bis heute gibt es außer der von den Herstellern als Prothesenregister verkauften Mogelpackung keine systematische und verpflichtende Erfassung der Implantate. Die Nichts-Tuer sitzen und saßen im Bundesgesundheitsministerium: vor 12 Jahren war Ulla Schmidt (SPD) Bundesgesundheitsministerin, dann kamen Philipp Rösler (FDP), Daniel Bahr (FDP) und Hermann Gröhe (CDU). Der aktuelle Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat nun wieder die Einrichtung eines zentralen, beim DimDi (Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information) angesiedelten unabhängigen Prothesenregisters angekündigt: Herr Spahn, die Betroffenen warten darauf, dass Sie Worten nun endlich Taten folgen lassen!

Lesetipps:

Katrin Langhans u.a.: Gefahr im Körper. Das riskante Geschäft mit der Gesundheit. Implant Files. Süddeutsche Zeitung Verlag 2018; 22 €

Eckart Roloff, Karin Henke-Wendt: Geschädigt statt geheilt – Große deutsche Medizin- und Pharmaskandale. Hirzel 2018; 22 €

Metallabrieb gesundheitsschädlich

Seit vielen Jahren weisen wir als Selbsthilfegruppe immer wieder darauf hin, dass Metallabrieb, der durch künstliche Gelenke verursacht wird, gesundheitsschädlich ist. Die Sendung “Visite” des NDR, die am Dienstag, 16. April 2019, um 20:15 Uhr ausgestrahlt wurde, bestätigt die Gesundheitsgefahr durch Metallabrieb. Neben sogenannten TEPs (Totalendoprothesen), bei denen der Kopf des Oberschenkelhalsknochens entfernt wird und in die Öffnung ein Schaft getrieben wird, auf welchem die Pfanne dann aufsitzt, gibt es Hüftkappenprothesen, die den Oberschenkelhalsknochen wie eine Kappe überkronen. Bei diese Art von Prothese bleibt wesentlich mehr Knochensubstanz erhalten. Werden in beiden Fällen Prothesenmodelle verwendet, bei denen am Ende Metall auf Metall reibt, kann es zu gefährlichem Metallabrieb kommen, der den Knochen zerstört und zu nekrotischem Gewebe führt. Die Selbsthilfegruppe Durom-Metasul-LDH-Hüftprothesen e.V. hat vor einiger Zeit eine Umfrage bei Betroffenen zu den Gesundheitsbeeinträchtigungen nach Implantation einer MoM (Metall-auf-Metall) Hüftprothese durchgeführt. Genannt wurden von vielen neben Muskel-/Gelenkschmerzen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen häufig auch Herzbeschwerden. In der NDR-Sendung wird nun auch öffentlich auf diese mögliche Folge der Metallvergiftung durch Abrieb von Prothesen hingewiesen.
Die NDR-Sendung zum Thema: hier klicken
Die Umfrageergebnisse der SHG: hier klicken