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Professor Hassenpflug zum Prothesenregister

Prof. Dr. Joachim Hassenpflug ist Direktor der Klinik für Orthopädie des Klinikum Schleswig Holstein der Universität Kiel und Geschäftsführer der EPRD gGmbH Endoprothesenregister Deutschlands. Er gehört gleichzeitig dem Gesamtvorstand der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) an.

„Das EPRD ist eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek), des AOK-Bundesverbandes, des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) und des BQS Instituts für Qualität und Patientensicherheit (BQS-Institut). Als gemeinnützige GmbH und 100-prozentige Tochter der DGOOC ist das Endoprothesenregister Deutschland ausschließlich wissenschaftlichen Grundsätzen verpflichtet und garantiert die Unabhängigkeit und Neutralität der Auswertungen“ (Pressemitteilung des EPRD vom 28.06.2012).

Um Patienten und Prothesen lückenlos zu erfassen wäre es sicherlich möglich, die Datensätze, die bei den Krankenkassen zu den einzelnen Patienten (Abrechungsdatensätze) vorliegen, auf den Barcode der Endoprothesen zu integrieren. Dagegen spricht sich die EPRD entschieden aus, weil dann die Krankenkassen alle Daten hätten und nicht die EPRD, so Prof. Hassenpflug. Er sagt weiter, dass „dann die Kassen eine Globalmacht über alles hätten. Ein Register muss neutral sein. Kassen wie Hersteller haben eigene wirtschaftliche Interessen und sind als neutrale Stelle nicht geeignet.“ Da aber die EPRD gGmbH eine 100%-ige Tochter der DGOOC ist und die DGOOC.

Nachteil dieses Konzeptes ist die freiwillige Beteiligung von Krankenhaus, Ärzten, Patienten, Krankenkassen und Industrie. Da nicht klar ist, wer seine Daten tatsächlich abliefert und in welchem Umfang, sind die Ergebnisse, welche das ERPD einmal im Jahr den Herstellern zur Verfügung stellt, in der Aussagekraft begenzt. Da außerdem nur die Kassenpatienten und von diesen nur nach schriftlicher Zustimmung, dass seine Daten vom Krankenhaus an das IQS weitergegeben werden dürfen, erfasst werden, kann davon ausgegangen werden, dass man mit diesem System weit von einem aussagekräftigen Prothesenregister, mit dem fehlerhafte Meidzinprodukte rasch festgestellt und aus dem Verkehr gezogen werden können, noch weit entfernt ist. Wer allerdings an die Freiwilligkeit der Beteiligten und Betroffenen glaubt, für den mag dieses Prothesenregister ein Schritt in die richtige Richtung sein. Bleibt zu befürchten, dass man sich mit diesem doch sehr rudimentären Prothesenregister zufrieden geben muss.

Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) – Mogelpackung ohne Mehrwert!

Im April 2011 wurde das Deutsche Endoprothesenregister auf den Weg gebracht. „Wesentliche Grundlage für den Erfolg eines Registers ist aus Sicht der Industrie, dass es sich insgesamt um ein unabhängiges, bei der Fachgesellschaft angesiedeltes Register handelt und die ausgewerteten Daten durch die Sicherstellung der Neutralität eine entsprechende Aussagekraft haben“,  betont BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt auf der Pressekonferenz „Start des Endoprothesenregisters“ (Endoprothesenregister Deutschland – EPRD) am 6. April 2011 in Berlin. Ein Grund zur Freude für Patienten, die von fehlerhaften Hüft- oder Knieprothesen betroffen sind?

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