Strafanzeige gegen Medizinproduktehersteller

dapd berichtet, dass laut „Spiegel“ der Berliner Anwalt Jörg Heynemann im Namen mehrerer Patienten Strafanzeige gegen den Hersteller De Puy gestellt hat. DePuy ist eine Tochter von Johnson & Johnson. Betroffen sein könnten bis zu 5500 Menschen. Möglicherweise müssen sie sich erneut operieren lassen, weil die Prothesen vorzeitig kaputt gingen. Die Firma habe das künstliche Hüftgelenk vom Markt genommen, nachdem in anderen Ländern ungewöhnlich viele Patienten Beschwerden gehabt hätten.
Viele Patienten wüssten noch nichts von drohenden Problemen, weil es kein zentrales Prothesenregister gebe, schreibt der „Spiegel“. Die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) wolle nun einen neuen Vorstoß für ein solches Register machen. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung forderte grundsätzliche Änderungen. „Es ist kaum zu glauben, aber in Deutschland gibt es für solche Medizinprodukte kein Zulassungsverfahren, wie es für Arzneimittel selbstverständlich ist“, kritisierte Verbandssprecher Florian Lanz. dapd