Gewebeschädigung nach Hüft-TEP

Wer eine Durom-Metasul-LDH-Hüftprothese implantiert bekam, leidet in der Regel früher oder später unter den Folgen des erhöhten Metallabriebs. Welche Schäden durch dieses Hüftprothesenmosell verursacht werden können, zeigt das Beispiel eines Patienten.

Der Patient bekam 2005 im Lorettokrankenhaus in Freiburg das linke Hüftgelenk durch eine Durom-Metasul-LDH-Hüfprothese ersetzt. Nach etwa einem Jahren stellten sich erste Beschwerden ein: beim Nordic Walking begann der linke Beckenbereich oberhalb der Hüfte anzuschwellen. Schmerzen in der Leiste kamen dazu. Nach immer kürzeren Strecken wurden die Schmerzen immer stärker. Bis jede Art von  Sport aufgegeben werden mußte.

Die Untersuchung im Lorettokrankenhaus brachte zunächst keine Erklärung. Abwarten wurde geraten. Da die Schwellung jedoch auch ohne Sport bald kontinuierlich spürbar war, wurden weitere Untersuchungen im Loretto durchgeführt. Ohne Ergebnis oder Erklärung. Letztendlich wurde vermutet, dass es in diesem Bereich zu einem Abriß eines Sehnen- und/oder Muskelstranges gekommen sei, der sich hier durch die Schwellung bemerkbar mache. Eine Operation wurde angekündigt, sei aber nicht dringlich.

Im Sommer 2009 dann wurde durch die Veröffentlichung der vielen Problemfälle mit Durom-Metasul-LDH-Hüfprothesen eine weitere Untersuchung durchgeführt. Die Vermutung dieses mal, dass die Schwellung durch erhöhten Metallabrieb verursacht worden sein könnte. Aber nix genaues wußte man nicht! Zumal das Röntgenbild den einwandfreien Sitz der Prothese bestätigte und auch keinerlei Anzeichen von Osteolysen, also Knochenfraß, erkennen ließ. Die Schmerzen nahmen weiter zu und hatten sich seit 2007 auf die Leiste und den Oberschenkel ausgeweitet.

Dennoch wurden am Loretto das Blut betroffener Patienten nicht auf Chrom, Kobalt und Titan untersucht. Auch andere bildgebende Verfahren wie MRI oder CT wurden mit der Begründung abgelehnt, dass diese keine neuen Erkenntnisse bringen würden. Dennoch wurden diese Untersuchungen auf Eigeninitiative (Privtapatient) in Kliniken in der Schweiz und Ludwigshafen durchgeführt. Auf keinem der bildgebenden Verfahren waren Anhaltspunkte für eine Schädigung des Gelenkes zu finden. Auch die Blutwerte waren unauffällig. Von einer Re-Operation wurde deshalb von diesen Ärzten abgeraten.

Dennoch entschloss sich der Patient auf Anraten der Ärzte im Lorettokrankenhaus zur Re-Operation, die inzwischen bei über 120 Patienten durchgeführt worden war und welche den operierenden Ärzten die Erkenntnis gebracht hatten, dass in der Regel sowohl Knochenmaterial als auch Gewebe trotz der beschriebenen Unauffälligkeiten massiv geschädigt worden war. Eine Re-Operation war also allein auf grund des Schmerzbildes dringend angeraten gewesen.

So auch in diesem Fall. Bei der Re-Operation wurde festgestellt, dass der Oberschenkelhalsknochen durch Knochenfraß (Osteloyse oder Pseudotumor) bereits stark geschädigt war. Eine Re-Modellierung mit syntetischem Knochenmaterial war erforderlich. Das umgebende Gewebe war durch den überall feststellbaren Metallabrieb nekrotisch (abgestorben) und mußte entfernt werden. Und so sah die geöffnete Operationstelle bei der Re-Operation aus:

Vom Metallabrieb schwarzer Kopfkonus

Durch erhöhten Metallabrieb zerstörtes Gewebe

Mit Lappen aus der geöffneten Hüfte entfernter Metallabrieb

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